Mittwoch, 11. März 2026

Remain - Was von uns bleibt | Buchrezension



Ich bin ja bekanntlich kein großer Romance Fan, als ich aber M. Night Shayamalan gelesen dachte ich mir direkt "let's give it a chance". Liebe viele seiner Filme und die Atmosphäre darin.

Wir begleiten in "Remain" den Architekten Tate, der auf Cape Cod ein Sommerhaus für seinen besten Freund entwerfen soll. Dieser findet für die Zeit eine Unterkunft in einem Bed & Breakfast. Eigentlich sollte Tate alleine in diesem Haus unterkommen doch plötzlich steht eine Frau vor ihm - die Besitzerin Wren. Und genau so schnell wie sie gekommen ist. verschwindet sie wieder und hinterlässt keine Spuren. Die beiden kommen sich, wenn Wren auftaucht immer näher und bauen eine tiefe Verbindung auf. Schnell wird klar was Sache ist und auch der Klappentext lässt schon vermuten wohin die Reise geht. Da ging es Sparks aber glaub ich auch nicht um den Plottwist, sondern um die Verbindung und Geschichte

selbst.

Es liegt jetzt an Tate das Geheimnis der Kleinstadt zu lüften und für Gerechtigkeit zu sorgen.

Thriller-Leser kommen dem Main Villain hier auch schnell auf die Spur, trotzdem war "Remain" auch für mich nicht langweilig. Es ist vielmehr eine Liebesgeschichte mit Spooky Vibe die sämtliche Grenzen des möglichen überwindet.

Wer ein Happy End sucht und braucht ist hier aber teilweise fehl am Platz. Aber am Ende findet jeder irgendwie auf seine Art seinen Seelenfrieden zurück.

Es werden ernste Themen wie Verlust, Depression und Tod mit der typischen Portion Sparks-Romance (kenne aber nur seine Filme und nicht die Bücher dazu) und Mystery Elementen verpackt und das war überraschend gut! Man fliegt sehr leicht durchs Buch. Ich bin richtig gespannt auf die Verfilmung nächstes Jahr!

Sonntag, 11. Januar 2026

Sturmhöhe | Buchrezension



„Sturmhöhe“ von Emily Brontë ist für mich eines dieser Bücher, die man nicht einfach nur liest, sondern fühlt. Der Klassiker ist düster und intensiv, dazu noch der Gothic Vibe - ein Meisterwerk der Literatur! 

Schon die Atmosphäre auf den ersten Seiten ist rau, kalt und irgendwie unheimlich, man spürt sofort diese Einsamkeit und Abgeschiedenheit der Moorlandschaft. Die Handlung ist alles andere als leicht oder romantisch im klassischen Sinne. Die Beziehungen zwischen den Figuren sind toxisch, obsessiv und oft schwer auszuhalten, aber genau darin liegt die Stärke des Romans. Catherine und Heathcliff sind keine sympathischen Charaktere, trotzdem (oder gerade deshalb) zieht einen ihre Geschichte gnadenlos in den Bann. Ihre Verbindung wirkt zerstörerisch, leidenschaftlich und unausweichlich – Liebe als Fluch statt als Erlösung.

Was ich an „Sturmhöhe“ besonders liebe, ist dieses stänige Gefühl von Dunkelheit. Rache, Hass, Verlust. Gesellschaftliche Zwänge ziehen sich durch das gesamte Buch und lassen kaum Raum zum Aufatmen. Gleichzeitig ist die Geschichte unglaublich emotional und tragisch, ohne dabei kitschig zu werden. Alles fühlt sich roh und kompromisslos an.

Der Schreibstil ist stellenweise anspruchsvoll, aber dafür unglaublich atmosphärisch. 

Wenn ihr düstere Klassiker liebt, moralisch fragwürdige Figuren spannend findet und Geschichten mögt, die eher weh tun als trösten, dann ist „Sturmhöhe“ ein absolutes Must-read. Für mich ganz klar ein Lieblingsbuch und obwohl ich kein Fan der neuen Verfilmung bin (jedenfalls vom Trailer zu beurteilen) bekommt das Buch endlich wieder die Aufmerksamkeit, das es verdient!

Schmutz | Buchrezension



Mit „Schmutz“ hat Yasmin Zaher ein ziemlich ungewöhnliches und intensives Buch geschrieben, das mir ehrlich gesagt noch eine ganze Weile im Kopf geblieben ist. Schon nach den ersten Seiten merkt man, dass es hier nicht um eine klassische Story mit klarer Handlung geht, sondern viel mehr um innere Konflikte und Beobachtungen.
Der Einstieg ist etwas anstrengend zu lesen. Die Protagonistin ist distanziert, fast schon unangenehm kontrolliert, und man fragt sich schnell, worauf das Ganze eigentlich hinauslaufen soll. Gerade im ersten Drittel passiert storytechnisch nicht sonderlich viel, dafür aber umso mehr im Kopf der Erzählerin. Dranbleiben lohnt sich aber, denn dann entfaltet das Buch seine volle Power und ich konnte es nicht mehr weg legen.
Ohne zu viel von der Story vorwegzunehmen, geht es viel um Geld, Macht, Herkunft und das Gefühl, nie wirklich dazuzugehören. Themen wie Identität, Rassismus und Selbstentfremdung ziehen sich durch das ganze Buch und werden teilweise sehr schonungslos dargestellt. 
Besonders die Themen Reinheit und Kontrolle haben hier sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinn einen hohen Stellenwert. Die Gedanken der Protagonistin sind oft obsessiv, widersprüchlich und manchmal schwer auszuhalten, aber genau das macht den Reiz des Buches aus.
Der Schreibstil ist sehr direkt, kühl und klar fast schon schonungslos. 

Ich kann mir gut vorstellen, dass „Schmutz“ polarisiert – entweder man fühlt sich davon angezogen oder komplett abgestoßen. Für mich hat es gerade durch diese Unbequemlichkeit funktioniert.

Wenn ihr Bücher mögt, die mehr Gefühl und Gedankenwelt als Handlung liefern und euch moralisch nicht an die Hand nehmen, könnte „Schmutz“ genau euer Ding sein.

Samstag, 10. Januar 2026

Das Gefühl von Unendlichkeit | Buchrezension



Mit "Das Gefühl von Unendlichkeit" hat Austin Taylor ein außergewöhnliches Debüt zu Papier gebracht. Der

Klappentext verwirrt allerdings etwas, man könnte denken das Buch dreht sich hauptsächlich um die Liebesgeschichte zwischen den Protagonisten Zoe und Jack - das ist allerdings nicht der Fall. Das erste Drittel zieht sich ein wenig und ist seeeeehr theoretisch, sicherlich nicht für jeden was. Durchhalten wird hier allerdings belohnt denn nach den ersten ca. 10o Seiten würde ich sagen nimmt die Storv immer mehr fahrt auf und dann zieht sie dich in ihren Bann. Ziemlich schnell zeichnen sich auch die Charakterzüge der Protagonisten ab und die Anziehung zwischen den beiden wird spürbar intensiver. Ich möchte von der Handlung nicht mehr viel erzählen, da man den Plot sonst ziemlich schnell spoilern kann und ich glaube das würde viel vom Leseerlebnis kaputt machen.

Wir laden plötzlich ein einer Welt voll Ruhm und Ansehen, es werden allerdings vorallem im letzten Drittel auch ernstere Themen wie Verrat, Drogen- & Medikamentensucht sowie Suizid behandelt. Obwohl es sehr viel Chemie und dessen Theorie beinhaltet wurde das Buch nicht langweilig, der leichte schreibstil und die Übersetzung sind sehr gut gelungen.

Vom Vibe erinnert mich die Story an "The Circle" oder "Ein wirklich erstaunliches Ding" - wenn euch das gefallen hat, werdet ihr "Das Gefühl von Unendlichkeit" ebenso gut/sehr gut finden.

Mittwoch, 30. Juli 2025

Akikos Stilles Glück | Buchrezension





Klappentext

Im modernen Japan sucht eine junge Frau nach ihren Wurzeln

Die neunundzwanzigjährige Akiko lebt als Single und in selbstgewählter Einsamkeit in Tokio. Eines Abends begegnet sie zufällig Kento wieder, ihrer ersten Liebe aus Schulzeiten. Kento führt ein zurückgezogenes Leben als ein Hikikomori, der sich nur nachts auf die Straße traut. Gleichzeitig entdeckt Akiko im Nachlass ihrer Mutter eine Lebenslüge, die all ihre Gewissheiten infrage stellt. Sie muss sich eingestehen, dass sie nicht weiß, wer sie ist. Mit Kentos Hilfe begibt sich Akiko auf eine Reise zu ihrer eigenen Geschichte, die ihr Leben in unverhoffte Bahnen lenkt und sie zu den Fragen führt, die sie sich bisher nicht zu stellen wagte: Wie will ich leben? Und habe ich den Mut, jemanden zu lieben?

Autor/in : Jan-Philipp Sendker
Verlag : Blessing
Seitenzahl : 384
Erschienen : 11.09.24

Meine Rezension

Dieses Buch ist nicht gemacht für nebenbei. Es ist ruhig, zurückhaltend – und gerade deshalb so eindringlich. Wir begleiten Akiko, 29 Jahre alt, mitten im lauten, pulsierenden Tokio. Sie führt ein stilles Leben, geprägt von Routinen, Zurückgezogenheit und einem Schmerz, über den nicht gesprochen wird.

Was mich sofort eingenommen hat, ist die Atmosphäre: melancholisch, aber nie schwer. Die Sprache ist klar, feinfühlig und voller Respekt für das, was unausgesprochen bleibt. Es geht nicht um große Gesten, sondern um kleine Begegnungen, die etwas in Bewegung bringen.

Akikos Welt ist klein – und genau das macht sie so stark. Die vorsichtige Annäherung an einen Fremden, ein Gespräch unter Kirschbäumen, ein alter Brief: Alles bekommt Zeit. Es geht um Nähe, Vertrauen und das langsame Wiederfinden der eigenen Stimme.

Was mir besonders gefallen hat war die ruhige Erzählweise. Kein Drama, dafür echte, leise Emotion. Das Setting in Tokio fand ich ebenfalls sehr ansprechend und toll beschrieben. 

Die Handlung schreitet gemächlich voran. Wer auf Plot-Wendungen wartet, wartet vergeblich – und verpasst vielleicht gerade deshalb das Wesentliche. Das Buch lebt vom Gefühl, nicht von der Action. Man muss sich auf die Stille einlassen wollen.

Im September erscheint übrigens Teil 2 in dem wir Akikos Reise zu sich selbst und in Ihre Vergangenheit weiter verfolgen können!

Montag, 28. Juli 2025

Orakel | Buchrezension



Klappentext

An einem nebeligen Wintermorgen entdecken Luca Wolf und Emma Reich ein mysteriöses Schiffswrack. Orakel steht an seinem Bug, und weder Emma noch Luca können sich erklären, wie das Schiff auf das brachliegende Blumenfeld gelangt ist, auf dem es sich befindet. Neugierig geworden, klettert Emma hinein – und verschwindet spurlos. Als elf weitere Menschen vermisst werden, tritt Robert Grim, seines Zeichens Spezialist für das Okkulte, auf den Plan. Doch was er über die Oracle herausfindet, lässt selbst ihm die Haare zu Berge stehen …

Autor/in : Thomas Olde Heuvelt
Verlag : Heyne
Seitenzahl : 656 Seiten
Erschienen : 12.02.25

Meine Rezension

Orakel startet stark: Luca (13) und seine Freundin Emma entdecken ein uraltes Schiff – einfach so, auf einem Tulpenfeld. Kein Wasser, kein Hafen, keine Erklärung. Emma geht an Bord und verschwindet. Ab diesem Moment wird’s ernst – für Luca, für seine Familie, und für eine geheim operierende Organisation, die schnell dafür sorgt, dass niemand je von diesem Schiff hört.

Luca gerät immer tiefer in eine Geschichte aus Visionen, alten Mythen (Stichwort: Mammutgott!) und staatlicher Vertuschung. An seiner Seite steht Grim – ein ehemaliger Okkultismus-Experte mit ordentlich Ballast. Gemeinsam versuchen sie herauszufinden, was mit Emma passiert ist – und was das Schiff wirklich will.

Das Setting ist extrem atmosphärisch: Nebel, Küste, unheimliches Wrack – da hatte ich sofort das Kopfkino an. Allerdings nimmt die Geschichte erst im letzten Drittel richtig Fahrt auf, das Buch hätte gut und gerne für mich 200 Seiten weniger vertragen können.

Heuvelt verknüpft gekonnt Coming-of-Age mit Mystery und Horror – das hat stellenweise wirklich gut funktioniert. Manche Figuren, allen voran Luca, bleiben aber blasser als ich es mir gewünscht hätte. Auch diese ganze Geheimdienst-Thematik war mir manchmal zu konstruiert – nicht jeder Handlungsstrang fühlte sich schlüssig an und alles war zu sehr "Hollywood". 


Sonntag, 27. Juli 2025

Dieser Sommer wird anders | Buchrezension

 



Klappentext

Diesen Sommer werden sie ihr Versprechen halten. Diesen Sommer werden sie der Versuchung nicht nachgeben. Dieser Sommer wird anders sein.

Sonnendurchflutete Buchten, rostfarbene Klippen, wogendes Dünengras. Normalerweise löst der Anblick von Prince Edward Island Glücksgefühle in Lucy aus. Doch diesmal ist sie notgedrungen ihrer besten Freundin gefolgt, die neun Tage vor ihrer Hochzeit auf die kanadische Insel geflüchtet ist. Lucys Mission steht fest: Bridget durch die Krise helfen und sie so schnell wie möglich zurück nach Toronto bringen. Und Bridgets Bruder Felix nicht zu nahe kommen. Doch als sie das erste Mal wieder in seine gletscherblauen Augen blickt, schwindet plötzlich ihre Willenskraft. Lucy wird von Erinnerungen überfallen, bei denen ihr heiß wird: an sonnige Tage am Strand und leidenschaftliche Nächte. An Felix‘ Grübchen und die magisch wirkende Anziehungskraft zwischen ihnen. Und an ein Versprechen, das sie geschworen hat, um jeden Preis zu halten. Lucys Entschluss steht fest: Dieser Sommer wird anders. Diesen Sommer werden sie und Felix der Versuchung widerstehen.


Autor/in : Carley Fortune
Verlag : Penguin
Seitenzahl : 448
Erschienen : 14.05.25


Meine Rezension

Mein 3. Summer Romance Buch von Carley Fortune - für mich auch das schwächste Bisland. Wir kennen von Carley bereits Second Chances, hier sind wir bei Lucy und Felix glaub ich eher bei 5th Chance angelang.
In der ersten Hälfte des Buches passiert für meinen Geschmack viel zu wenig. Dazu gab's ca. 30x zu oft den Hinweis, wie heiß Felix doch ist. Auch der Spice war deutlich mehr vertreten, als in den vorherigen Büchern, das mochte ich bei Carleys Büchern immer sehr. Der Spice war im Hintergrund und es ging um tiefe Gefühle. Ich verstehe, dass Felix und Lucy da anders sind trotzdem war es in fast jedem Vergangenheitskapitel vertreten.

Ich bin auch mit keinem der Protagonisten richtig warm geworden. Lucy war mir zu unnahbar und auch die Kluft zwischen ihr und ihren Eltern war deplatziert und irgendwie unschlüssig. Jedenfalls trug das für mich nicht zur Story bei.

Ich möchte das Buch aber nicht komplett schlecht reden. Das Setting war toll. Prince Edward Island in den verschiedenen Jahreszeiten - unglaublich schön beschrieben. Auch die häufigen Anspielungen auf "Anne of Green Gables" waren für PEI natürlich extrem passend. Bridgets Geheimnis hab ich bis zum Reval auch nicht kommen sehen - hat mir gut gefallen.

Trotz meiner Kritikpunkte hat mich "Dieser Sommer wird anders" unterhalten und für den Sommerurlaub sicherlich eine gute Wahl.